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Holzpellets » News und Termine » Newsarchiv 2006 » 20.01.2006 Offizielle Inbetriebnahme des Pelletwerkes » Begrüßungsrede von Thomas Schmidmeier

Begrüßungsrede von Thomas Schmidmeier

Begrüßung von Thomas Schmidmeier, Vorstand, anlässlich der Eröffnung des Pelletwerkes am 20.01.2006 im Industriegebiet Hafen Straubing-Sand


Ich heiße Sie alle willkommen, hier in unserem neuen Pelletwerk. Ein Pelletwerk, dass seinesgleichen sucht, in dem sehr viel Geld, Arbeit und noch mehr Herzblut steckt. Nach nur acht Monaten Bauzeit konnten wir im Dezember stolz verkünden, dass die ersten niederbayerischen Pellets das Werk verlassen haben.

Mittlerweile haben wir den Zertifizierungsprozess eingeleitet, denn unsere Marke 1Heiz steht für 1A Qualität. Mit unserem eigenen Pelletwerk haben wir nun endlich die ganze Lieferkette und damit die Qualität der Pellet­versorgung vom Rohstoff bis zur Lieferung beim Kunden in der Hand.

Sicher – die vergangenen acht Monate waren mit zahlreichen Entbehr­ung­en verbunden. Zeit- und  Schlafmangel waren die Regel und meine Frau und meine Kinder haben mich nur noch am Wochenende zu Gesicht bekom­men. Natürlich nicht das ganze Wochenende.

In dieser Zeit war ich mehr mit meinen Mitarbeitern und mit den Bau­fir­men zusammen. Daher möchte ich auf einen Punkt besonders hinweisen: Das Werk würde ohne Ihr Zutun heute hier nicht stehen. Daher bitte ich Sie, diese Veranstaltung in erster Linie als ein kleines Dankeschön an Sie zu verstehen.

Wir stehen heute an einem wichtigen Meilenstein. „Meilenstein“ bedeutet zweierlei:

Erstens, wir haben etwas erreicht und
Zweitens die Reise geht weiter.


Zum ersten Punkt: „Wir haben etwas erreicht“

Seit 1999 vertreiben wir unter der Marke 1Heiz nur beste Holzpellets. Wir haben normierte Pellets eingekauft und mit unseren Spezialfahrzeugen Kunden in ganz Deutschland beliefert. Aber ich war unzufrieden mit der Tatsache, dass wir immer auf andere angewiesen waren.

Was die Qualität angeht sind wir damit meistens gut gefahren, nur ließ die Liefermenge und damit der konstante Materialfluss zu wünschen übrig. So beobachten wir auch zur Zeit eine Verknappung von Holzpellets, weil nur wenige Pellethersteller in der Lage sind, große Mengen Pellets zwischen zu lagern. Das ist notwendig, weil die Sägewerke, die Holzspäne liefern zwischen den Jahren Urlaub machen.

Es erübrigt sich fast darauf hinzuweisen, dass wir diese Lücke mit unseren großen Silos, die Sie vor der Halle gesehen haben schließen werden. Wir werden damit einen großen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Holz­pellets leisten.

Um sich von diesen Abhängigkeiten frei zu machen war es konsequent, ein eigenes Pelletwerk zu bauen. Das sollte ursprünglich in der Nähe von Regensburg sein.

Leider musste ich erkennen, welche Macht Schreihälse haben können – egal ob das was sie sagen begründet, unbegründet oder schlicht falsch ist. Wenn Ängste geschürt werden verlieren Argumente ihre Wirkung. Und spätestens als meine Kinder bedroht wurden war klar, dass Regensburg nicht das Umfeld für eine ökologische Brennstofferzeugung ist.

Die Folge war der Umzug hierher nach Straubing. Heute kann ich sagen, es war eine glückliche Fügung des Schicksals, denn hier passt alles:

·        Das positive politische Umfeld

·        Die gut informierte Bürgerschaft

·        Die Lage am Hafen und die Nähe zur Autobahn und der eigene Gleisanschluss


Die Politik unterstützt uns hier in Niederbayern bzw. in Straubing von Anfang an. Sie, Herr Minister, zeigen auch durch Ihre Anwesenheit heute, wie wichtig Ihnen das Thema Bioenergie ist. Die Wirtschaftsförderung der Regierung von Niederbayern, wird ihren Auftrag wirklich gerecht und die Stadt Straubing will ja sogar bei den eigenen Investitionen das Thema Bioenergie in den Vordergrund stellen. Eine Sonderrolle spielt natürlich der Zweckverband Industriegebiet Hafen Straubing-Sand. Ich freue mich daher besonders, dass zahlreiche Vertreter der Verbandsversammlung und der Geschäftsführer des ZVI, Herr Löffert hier sind. Ihr Vorgänger Herr Keller, ebenfalls unter den Gästen hat mir ein ideales Grundstück angeboten. Vom Antrag bis zum Spatenstich sind gerade mal 3 Monate vergangen und die reservierten Flächen im Umfeld des Werkes erlauben uns nun, zusammen mit der Geschäftsführung des ZVI, den Standort weiter zu ent­wickeln. Das ist aus meiner Sicht beispielhafte Politik.

Diese Politik wird hier in Niederbayern von einer breiten Mehrheit aus der Bevölkerung getragen. Ich erlebe es bei den zahlreichen Veranstaltungen bei denen ich über das Pelletwerk informiere: Die Bürger hier in der Region kennen die Vorteile des Brennstoffes Holzpellets, sie wissen, wie ökolo­gisch seine Herstellung ist und dass man mit einer Pelletheizung einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Ich behaupte, hier in der Region gibt es mehr Umwelta­ktive als in den Büros der selbsternannten Retter Regensburgs. Wir werden das uns entge­gen­gebrachte Vertrauen nicht enttäuschen. Wir werden eine gläserne Pro­duktion führen. Ab kommenden Monat wird es bei uns regelmäßig Führ­ungen geben und wir werden sogar Internetkameras installieren. Wir haben eigens einen Mitarbeiter für die Unternehmenskommunikation eingestellt, der Ansprechpartner für die Presse aber auch für die interessierte Öffen­tlichkeit ist.

Der Standort im Industriegebiet erweist sich zunehmend als ideal. Die so genannte trimodale Verkehrsanbindung hier im Industriegebiet mit Straße, Schiene und Wasser ermöglicht uns mittelfristig, die Pellets auch europa­weit zu vermarkten. Man könnte sagen: Wir werden vom Gäuboden-Player zum Global-Player.

Unter diesen Voraussetzungen und mit der Hilfe von engagierten Fach­firmen ist ein Pelletwerk entstanden, dass schon jetzt in einer Stunde den Jahresbedarf eines Einfamilienhauses decken kann. Und diese Leistung werden wir noch vervierfachen.

Eingangs sagte ich „ein Meilenstein bedeutet auch: Die Reise geht weiter“.

Das Ziel der Reise ist es, eine zukunftssichere Energie für uns und unsere Kinder bereit zu stellen. Nach meiner festen Überzeugung können wir uns es schlichtweg nicht mehr länger leisten, wertvolles Öl zum Heizen zu verschwenden, während wir zur gleichen Zeit vorhandene Energiereserven ungenutzt im Wald verrotten lassen.
„Zukunftssicher“ bedeutet für mich, eine langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten und nicht auf endliche Energieträger wie Öl, Gas oder Uran zu vertrauen.

„zukunftssicher“ bedeutet auch: Umweltschäden und Umweltgefahren zu vermeiden: Dabei denke ich an den ungebremsten Treibhauseffekt, an Tankerunfälle und an die ungeklärte Endlagerung von Brennstäben.

Und „Zukunftssicher“ bedeutet genauso, dass unsere Energieversorgung nicht von politisch unsicheren Regionen oder Börsenspekulanten abhängen darf.

Biogene Brennstoffe aus Holz, Getreide, Miscanthus oder Zuckerrüben werden künftig eine tragende Rolle spielen müssen. 1%, in Bayern 2%, Wärmeerzeugung mit Holz sind zu wenig.

Für die Schmidmeier UmweltTechnologie kann ich sagen: Wir werden noch weitere Anstrengungen unternehmen, die Abhängigkeit der Gesellschaft von endlichen Rohstoffen, den damit verbundenen Problemen und von politisch unsicheren Krisenregionen zu reduzieren! Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass unsere Kinder eine intakte Umwelt erben!

Wir streben einen zukunftsfähigen Energiemix an, der alle regenerativen Potentiale nutzt, der nur auf sichere Techniken vertraut und der Abhängig­keiten reduziert!

Die Konsequenz daraus ist für uns, dass wir schon in diesem Jahr das Pelletwerk auf die End­kapazität von 140.000 Jahrestonnen ausbauen werden. Geplant war, erst 2010 die Endkapazität zu erreichen. Jetzt produziert eine Pressenlinie, die zweite wird gerade eingebaut und Ende 2006 werden es vier Pressenlinien sein. Dann werden wir mit unserem Werk knapp 30.000 Haushalte mit Brennstoff versorgen können. Nur 12 Minuten dauert dann die Produktion eines Jahresbedarfs für ein 1-Familienhaus.
Darüber hinaus prüfen wir bereits neue Standorte für weitere Pellet­werke und wir werden schon bald die ersten Planungs­schritte einleiten. 
Und als weitere Konsequenz erzeugen wir die benötigte Prozesswärme mit Biomasse, beziehen ab nächsten Monat Ökostrom und setzen alles daran, dass unsere Pellets umweltschonend zum Verbraucher gebracht werden.

Liebe Gäste,
Bayern, Deutschland und die Welt brauchen die Perspektive einer umwelt­freundlichen Energieversorgung. Wir haben Verantwortung übernommen und der müssen wir gemeinsam gerecht werden. Ich bitte Sie im Interesse der nachfolgenden Generationen, uns in diesen Zielen zu unterstützen.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und bitte nun Sie Herr Minister Miller um Ihre Festansprache.


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